Schüsse lösen Großeinsatz im Landkreis Neumarkt aus

Berngau (Bayern) – Ein Polizeieinsatz nach mehreren Schüssen hat am Donnerstagnachmittag (8. Oktober 2026) die Gemeinde Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in einen Ausnahmezustand versetzt. Zwei Menschen kamen nach bisherigen Erkenntnissen ums Leben. Während zahlreiche Polizeikräfte das Gebiet weiträumig absperrten, verschanzte sich der mutmaßliche Täter in einem Wohngebäude.

Gegen 14 Uhr waren bei der Polizei mehrere Meldungen über schussähnliche Geräusche eingegangen. Einsatzkräfte rückten daraufhin mit einem Großaufgebot an. Wenig später bestätigte die Polizei, dass tatsächlich mehrere Schüsse gefallen waren.

Nach Angaben eines Polizeisprechers befindet sich ein Mann in einem Wohnhaus, der im Verdacht steht, die Schüsse abgegeben zu haben.

Behördenmitarbeiter offenbar bei Waffenkontrolle getötet

Im Verlauf des Einsatzes wurde zunächst ein männliches Todesopfer entdeckt. Laut mehreren Medienberichten handelt es sich bei dem Getöteten um einen Mitarbeiter des Landratsamtes, der sich gemeinsam mit einer Kollegin zu einer Waffenkontrolle in Berngau aufgehalten haben soll.

Während dieser Kontrolle soll es zu den tödlichen Schüssen gekommen sein. Auch die begleitende Mitarbeiterin soll von Schüssen getroffen worden sein.

Eine abschließende offizielle Bestätigung zum genauen Ablauf und zur Identität der Opfer lag zunächst nicht vor.

Zweite Leiche am späten Abend geborgen

Am späten Donnerstagabend wurde bekannt, dass Spezialeinsatzkräfte eine weitere tote Person aus dem betroffenen Wohnhaus bergen konnten.

Bei dem zweiten Todesopfer handelt es sich um eine Frau. Nach bisherigen Informationen könnte es sich um die Kollegin des getöteten Behördenmitarbeiters handeln.

Die Polizei erklärte, dass die Auffindesituation darauf hindeute, dass die Frau bereits während der ersten Schussabgaben am Nachmittag tödlich verletzt worden war.

Damit erhöhte sich die Zahl der bekannten Todesopfer auf zwei.

Mutmaßlicher Schütze weiterhin im Gebäude – Polizei hält Kontakt

Der tatverdächtige Mann soll sich auch am späten Abend noch in dem Wohnhaus aufgehalten haben. Nach Polizeiangaben besteht Kontakt zu ihm.

Laut Medienberichten könnte es sich bei dem Mann um einen Sportschützen handeln, der bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten sein soll. Eine offizielle Bestätigung dieser Angaben steht noch aus.

Nach bisherigen Erkenntnissen fiel der letzte Schuss gegen 14 Uhr. Seitdem soll es keine weiteren Schussabgaben gegeben haben.

Die Polizei bezeichnete die Situation als weitgehend unverändert. Ein möglicher Zugriff werde ausschließlich anhand der aktuellen Gefahrenlage entschieden.

Polizeisprecher Michael Zaschka machte deutlich, dass sich die Einsatzkräfte auch durch die einbrechende Dunkelheit nicht zu einem überstürzten Vorgehen drängen lassen würden.

Gepanzertes SEK-Fahrzeug und Polizeihubschrauber im Einsatz

Die Polizei ist mit zahlreichen Einsatzkräften in der rund 2.600 Einwohner zählenden Gemeinde vertreten.

Neben regulären Polizeieinheiten sind auch Spezialkräfte vor Ort. Ein gepanzertes Einsatzfahrzeug des Spezialeinsatzkommandos wurde am Ortsrand positioniert.

Zusätzlich unterstützt ein Polizeihubschrauber die Maßnahmen aus der Luft.

Rund um den Einsatzort wurden großräumige Absperrungen eingerichtet. Der Zugang zu bestimmten Bereichen der Gemeinde ist weiterhin eingeschränkt.

Polizei fordert Bevölkerung auf, Häuser nicht zu verlassen

Aufgrund der anhaltenden Gefahrenlage richtet sich die Polizei weiterhin mit einer dringenden Warnung an die Einwohner von Berngau.

Die Menschen sollen in ihren Häusern bleiben und diese bis zu einer entsprechenden Entwarnung nicht verlassen.

Auch die eingerichteten Absperrungen müssen unbedingt beachtet werden, damit die Einsatzkräfte ihre Maßnahmen ungehindert fortsetzen können.

Hintergründe der Tat weiterhin unklar

Welche Umstände zu den tödlichen Schüssen geführt haben, ist bislang nicht abschließend geklärt. Insbesondere die Frage, ob die mutmaßliche Waffenkontrolle unmittelbar mit der Tat zusammenhängt, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Auch zum möglichen Motiv des Tatverdächtigen liegen derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Die Polizei setzt ihren Großeinsatz fort. Wann die Lage beendet werden kann, ist derzeit nicht absehbar.

Stand: 8. Oktober 2026, später Abend. Die Angaben beruhen auf den bislang mitgeteilten Polizeiangaben und Medienberichten. Einzelne Informationen sind noch nicht offiziell bestätigt.