Helmstedt - Ein Großbrand im Industriegebiet Neue Breite in Helmstedt hat rund 150 Einsatzkräfte über viele Stunden beschäftigt. Eine Industriehalle stand vollständig in Flammen, das Dach stürzte ein und zeitweise waren kleinere Explosionen zu hören. Wegen der massiven Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung über Warn-Apps informiert.

Die Feuerwehren Helmstedt und Emmerstedt wurden am Abend zu dem Brand im Industriegebiet alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war eine massive Rauchentwicklung sichtbar. Die Einsatzleitung erhöhte daraufhin die Alarmstufe auf B_3.

Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand die betroffene Industriehalle bereits in Vollbrand. Ein Löscheinsatz im Inneren kam aufgrund der enormen Hitze und der damit verbundenen Einsturzgefahr nicht mehr infrage.

Nur wenige Minuten später bestätigte sich diese Gefahr: Das Dach der Halle stürzte ein.

Gasflaschen in brennender Halle

Eine zusätzliche Gefahr stellten mehrere in der Halle gelagerte Gasflaschen dar. Darunter befanden sich nach Angaben der Feuerwehr auch Acetylenflaschen. Während des Einsatzes waren vereinzelt kleinere Explosionen zu hören.

Die Einsatzkräfte konzentrierten sich deshalb auf einen umfassenden Löschangriff von außen. Mehrere Strahlrohre sowie die Wenderohre von zwei Drehleitern kamen zum Einsatz. Aufgrund der Rauchentwicklung mussten die Arbeiten teilweise unter schwerem Atemschutz erfolgen.

Gleichzeitig wurde eine Riegelstellung aufgebaut, um ein angrenzendes Verwaltungsgebäude vor den Flammen zu schützen. Dieses Einsatzziel konnte erreicht werden.

Bevölkerung über NINA und KatWarn gewarnt

Aufgrund der starken Rauchentwicklung veranlasste die Einsatzleitung gegen 19.17 Uhr eine Bevölkerungswarnung über das Modulare Warnsystem. Die Warnung wurde unter anderem über NINA und KatWarn verbreitet.

Erst am folgenden Morgen gegen 7.30 Uhr konnte die Warnung wieder aufgehoben werden.

Der Fachzug Messen der Kreisfeuerwehr führte während des Einsatzes wiederholt Schadstoffmessungen im Stadtgebiet sowie in angrenzenden Kommunen durch. Zusätzlich wurde eine Drohne der Kreisfeuerwehr eingesetzt, um die Lage aus der Luft zu erkunden.

Straßen für Löschwasserversorgung gesperrt

Die Wasserversorgung stellte die Einsatzkräfte vor eine weitere Herausforderung. Mehrere Schlauchleitungen wurden von Hydranten bis zur Einsatzstelle verlegt. Zusätzlich förderte die Feuerwehr Löschwasser aus dem Kuhteich an der Marientaler Straße.

Dafür mussten die B244 zwischen Helmstedt-West und dem Kreuzungsbereich am McDonald's sowie die Marientaler Straße ab dem Bereich der Firma Hoyer vollständig gesperrt werden.

Rund 150 Einsatzkräfte vor Ort

Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte an den umfangreichen Löscharbeiten beteiligt. Eine Verpflegungsgruppe versorgte die Kräfte mit Getränken und warmen Mahlzeiten.

Auch Vertreter von Landkreis und Stadt machten sich vor Ort ein Bild von der Einsatzlage.

Da sich nach dem Einsturz des Hallendachs weiterhin Brandnester unter den Trümmern befanden, wurde zusätzlich ein Bagger einer Fachfirma angefordert. Mit dessen Hilfe sollten die Gebäudeteile bewegt und die verbliebenen Brandstellen für die Feuerwehr erreichbar gemacht werden.